Dieter Jung

Anders als man denkt
Photon, Pigment, Pixel, Objekte

Dieter Jung, 1941 in Bad Wildungen geboren, kann inzwischen auf vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens zurückblicken. Seit dem Ende seines Studiums in Berlin und nach zahlreichen Auslandsaufenthalten“ u. a. in New York, Brasilien, Bombay und Hongkong ist er regelmäßig auf Ausstellungen im In- und Ausland präsent; in diesem Jahr zeigt er außer in Heidenheim und Würzburg seine Werke u. a. in Sydney und Taiwan. Insbesondere seine holographische Arbeit wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Holographie-Preis der Shearwater Foundation New York (1988). Seit 1990 lehrt Dieter Jung als Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

Ursprünglich Maler und Grafiker, gelangte Dieter Jung in den 70er Jahren aufgrund seines Interesses an Licht und Schwingungsstrukturen zum damals noch neuen Medium der Holographie. Durch Studien in den USA bei den Pionieren dieses Bildverfahrens - wie Dan Schweitzer, Sam Moree und Jody Burns - erwarb er sich die Grundlagen für die Arbeit mit einem Medium, das dreidimensionale Bilder im Raum erzeugt.

Die Ausstellung zeichnet exemplarisch die letzten drei Jahrzehnte seines bildnerischen Schaffens nach. Neben frühen Zeichnungen, die Interferenz-Phänomene ausloten, und Gemälden, die sich mit dem Lichtspektrum befassen, steht vor allem die Entwicklung seiner holographischen Bilder im Zentrum der Schau. Dabei reicht das Spektrum von ersten statischen Hologrammen, über - in Mobiles und auf Drehtellern beweglichen Holographien bis hin zu neuartigen Bewegungshologrammen, die ihre Bildgestalt durch Bewegung des Betrachter Blicks verändern. Daneben sind Lichtboxen und Modelle großer Installationen, wie z.B. der Arbeit für das europäische Patentamt in Den Haag zu sehen.

„Anders als man denkt“ deutet als Ausstellungstitel an, dass
Wahrnehmungserwartungen und Sehgewohnheiten auf verblüffende Weise auf die Probe gestellt werden. Dabei geht es um Fragen nach Wissen und Sehen, Sein und Schein und in allen Fällen um die physische Beteiligung des Betrachters am Wahrnehmungsprozess. Es ist eine Ausstellung, in der Licht und Farbe - auf Basis abstrakter Bildkompositionen - in ungewöhnlicher Weise als sinnliche Ereignisse erfahren werden.