Rolf Bier

Die andere Seite, Installation

1998 ließ er 52 000 T-Shirts aus Papier aus dem Himmel über Heidenheim regnen und löste damit zunächst heftige Diskussionen über mutwillige Umweltverschmutzung im Namen der Kunst aus. Die Aufregung erwies sich als unbegründet, der Abwurf der T-Shirts war es im Zusammenhang mit den beiden anderen Teilen seiner Arbeit "Universalie I-III" jedoch nicht. Rolf Bier ging es bei der Verwendung des T-Shirts - das man zurecht als das universale Kleidungsstück der Moderne bezeichnen kann - nämlich darum, zu zeigen, wie man mit dieser - auf den menschlichen Körper zugeschnittenen - Form skulptural umgehen kann. Man kann sie legen (Universalie I am Bahnhof), stellen und schichten (Universalie II im Kunstmuseum) und streuen (Universalie III, s.o.). Was Skulptur jenseits festgefahrener Stile und Traditionen zu leisten vermag, dies wird Rolf Bier anhand eines Ensembles von Arbeiten und kleinen Installationen im Wechselausstellungssaal des Kunstmuseums zu zeigen versuchen.


© VG Bild-Kunst, Bonn 2016