Nach Rubens
Druckgraphik aus drei Jahrhunderten

Mit seinen sprichwörtlichen „Rubensfiguren“, d.h. üppigen weiblichen Akten, und großformatigen Gemälden prägt Peter Paul Rubens (1577 – 1640) bis heute unsere Vorstellungen von der Barockkunst. Im künstlerischen Diskurs seiner Zeit spielte dabei die Druckgraphik eine bedeutende Rolle, denn nur durch sie ließen sich die innovativen Bilderfindungen der großen Künstler europaweit verbreiten. Rubens selbst nutzte Druckgraphiken sowohl als Inspirationsquelle für seine eigenen Werke, als auch als Medium zu Verbreitung seiner originären Bilderfindungen.

Im Unterschied zu Künstlern wie Dürer oder Rembrandt gravierte er seine Graphiken jedoch nicht selbst, sondern ließ sie in seiner Werkstatt arbeitsteilig herstellen. Hierzu wurde zunächst eine - von Rubens korrigierte – Reproduktionszeichnung angefertigt, die dann dem Kupferstecher als Vorlage diente. Für diese Originalgraphiken erwirkte Rubens in mehreren Ländern sogar exklusive Veröffentlichungsrechte.

Nach seinem Tod verbreiteten fremde Verleger sein graphisches Werk z.T. mit neuen Reproduktionstechniken immer weiter. Im 19. Jahrhundert avancierte Rubens sogar zur Kultfigur des belgischen Nationalstaats, während die Rezeption seines Werks heute zwischen ernsthafter künstlerischer Auseinandersetzung und purem Kommerz schwankt.

In acht Stationen gibt die Ausstellung einen Einblick in das Werk des Künstlers und dessen Verbreitung im Medium der Druckgraphik im Laufe von drei Jahrhunderten.