Hans-Christian Schink

Aqua Claudia – Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

Hans-Christian Schink ist 2001 durch seine Fotoserie Verkehrsprojekte Deutsche Einheit bekannt geworden, in der er den Anschluss der ehemaligen DDR an das bundesdeutsche Verkehrsnetz dokumentiert. Seine großformatigen Farbfotografien zeigen mit lakonisch-sachlichem Blick die beeindruckende Größe dieser Verkehrsbauwerke, die gewachsene Landschaften ebenso elegant wie rücksichtlos durchschneiden, um sie als „grüne Wiese“ für künftige wirtschaftliche Nutzungen verfügbar zu machen.
Der Zyklus wird in der Ausstellung des Kunstmuseums Heidenheim zusammen mit der Aqua Claudia-Serie gezeigt, die 2014 in Rom entstanden ist. Die Bildserie verfolgt den Verlauf des 69 Kilometer langen Aquädukts zur Wasserversorgung des antiken Roms durch die moderne Stadtlandschaft, der wie ein Querschnitt durch sämtliche Bauepochen der Stadt wirkt. Damit legt der Bilderzyklus die Geschichte dieser Stadt und das für sie so typische Nebeneinander von antiker Monumentalität und banalem Alltagsleben offen.
Zusammen betrachtet wirken beide Bildserien wie ein Blick auf das Werden und Vergehen großer Infrastrukturprojekte: Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit dokumentieren die Entstehung einer gewaltigen Infrastruktur, welche die Landschaften, die sie erschließt, monumental und nachhaltig verändert, während die Aqua Claudaim Laufe der Geschichte selbst zu einer Art „natürlichem Landschaftselement“ geworden ist, das die Vergänglichkeit derartiger Großprojekte schmerzlich vor Augen führt.