Jeanette Zippel: Bienenreich

Nicht erst seit dem Insektensterben beschäftigt sich die Gegenwartskunst mit Bienen. Schon seit einem halben Jahrhundert interessieren sich Künstlerinnen und Künstler für den Bienenstaat als soziologisches und ökologisches Phänomen jenseits traditioneller Naturromantizismen. Zu ihnen zählt die Heidenheimer Künstlerin Jeanette Zippel, die sich seit drei Jahrzehnten mit dem Thema auseinandersetzt.

Ihre künstlerischen Untersuchungen und Interventionen beruhen dabei auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, auf ihren eigenen Erfahrungen als Imkerin und auf intensiven ästhetischen und ökologischen Beobachtungen. In der Heidenheimer Retrospektive gibt die Künstlerin einen Einblick in das gesamte Spektrum ihrer Themen, die von den Nahrungspflanzen der Bienen, über deren Flug- und Kommunikationsformen, Wahrnehmungsweisen, ihrer sozialen und räumlichen Organisation, bis hin zu ihrer Nutzung durch den Menschen reichen. Für jedes Thema entwickelt Jeanette Zippel entsprechende künstlerische Formen, wozu sie unterschiedliche Materialien, Techniken und Medien einsetzt.

Die Künstlerin und Imkerin macht jedoch nicht nur Kunst über Bienen, sondern auch für Bienen, in dem sie Bienenstöcke gestaltet und Bienengärten konzipiert. Besonders in den Gärten gelingt es ihr auf beeindruckende Weise, den menschlichen Besuchern die Lebenswelt der Bienen näher zu bringen und zugleich den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden. Solche Bienengärten hat sie u.a. in Stuttgart, Heidenheim, Hermannsdorf, Esslingen, Mariposa (Teneriffa) und Freiburg realisiert.

        
© Susanne Breitfeld, 2018