Ausstellungen

2014

Großer Wechselausstellungssaal

Tauromaquia
Die Kunst des Stierkampfs
Goya, Picasso, Hubertus Hierl und Rineke Dijksta

RE:SET
Abstrakte Malerei in einer digitalen Welt

TRASH TRAIN
Zugfahren im Museum

Kleiner Wechselausstellungssaal

Friedrich Kleinheinz
Bildwerke einseitig/doppelseitig

25 Jahre Kunstmuseum
und seine Besucher

Ausstellungen 2014

Tauromaquia
Die Kunst des Stierkampfs
Goya, Picasso, Hubertus Hierl und Rineke Dijksta

Im Zentrum der Ausstellung stehen die beiden bedeutendsten Graphikzyklen zur Kunst des Stierkampfs von Francisco de Goya und Pablo Picasso.
Goya, der seine Radierungsfolge 1816 vollendet, will mit ihr „eine Vorstellung von den Anfängen, dem Fortschritt und dem jetzigen Zustand dieser Feste in Spanien“ (Goya) dieses spezifisch spanischen Rituals vermitteln. Durch asymmetrische Kompositionen und gekonnte Lichtinszenierungen gelingt es ihm überzeugend, den Kampf zwischen Mensch und Stier zugleich als Kampf zwischen Kultur und Natur im überzeitlichen Sinne zu interpretieren.
Picassos Version der „Tauromaquia“ von 1957 weist dagegen einen ausgesprochen erzählerischen Charakter auf, in dem er – entgegen seiner sonstigen Gewohnheit – den Ablauf eines Stierkampfs in der korrekten Reihenfolge wiedergibt. Alle 26 Aquatinten malt mit dem Pinsel an einem Nachmittag direkt auf die Kupferplatten. In ihrem spannungsvoll wechselnden Duktus stellen seine Pinselzeichnungen dabei weniger die Grausamkeit des Stierkampfs als vielmehr dessen rituellen, künstlichen Charakter dar. Sie erzählen von der Choreographie des Geschehens, von dessen Eleganz und Nähe zum Tanz.

Hubertus Hierl, ein Fotograf aus Landsberg, ist am 7. August 1966 in Frèjus, als der hoch betagte Picasso letztmals eine Corrida besucht. Der junge Fotograf nutzt die Gunst der Stunde und kann sowohl den Stierkampf, bei dem ein Torero schwer verletzt wird, als auch Picassos Reaktionen im Bild festhalten. Seine Fotoserie dokumentiert Picassos Gefühle und zeigt zugleich in realistischen Aufnahmen, wie ein Stierkampf tatsächlich abläuft. Dies macht seine Bildserie zu einer hervorragenden Vergleichsfolie für die künstlerischen Darstellungen von Picasso und Goya.

Zugleich schlägt seine schwarzweiße Fotoserie eine Brücke zu den Torero-Portraits von Rineke Dijkstra aus dem Jahr 1994. Frontal, aus ihrem Umfeld isoliert und vor neutralem Hintergrund fotografiert Rineke Dijkstra portugiesische Stierkämpfer unmittelbar nach dem Verlassen der Arena. Mit ihren großformatigen Aufnahmen untersucht die niederländische Fotografin, wie sich existentielle Grenzerfahrungen und sich widersprechende Emotionen in einem Gesicht widerspiegeln. So verdichtet sie das von den anderen Künstlern seriell ausgebreitete Geschehen zu einem einzigen eindrücklichen Bild.

 

RE:SET
Abstrakte Malerei in einer digitalen Welt

Hat der Pinsel ausgedient? Was kann ein Bild heute sein, leisten und bedeuten? Erfüllt die Malerei noch die an sie gestellten Erwartungen oder ist ein Neustart fällig: Weltweit dringt das Digitale immer weiter in den Alltag vor. Nie zuvor wurden mehr Informationen über Bilder vermittelt. Nie zuvor waren Bilder wichtiger. Und nie zuvor waren sie leichter herzustellen, zu bearbeiten und zu manipulieren. Die Ausstellung zeigt anhand von zwölf Positionen aktueller ungegenständlicher Malerei aus Deutschland, Belgien, Dänemark und den Niederlanden, wie Künstlerinnen und Künstler auf die Herausforderungen von Digitalisierung und Virtualisierung reagieren.

Mit insgesamt 60 Werken von Thomas Bechinger, Claudia Desgranges, Friedhelm Falke, Signe Guttormsen, Ab Van Hanegem, Michael Jäger, Jus Juchtmans, Martijn Schuppers, Paul Schwer, Rainer Splitt, Giso Westing, Volker Wevers und Videoclips von Andrew Benson, Daniel Burkhardt, Matthias Müller und Robert Seidel.

 

TRASH TRAIN
Zugfahren im Museum

Eine außergewöhnliche Ausstellung zum Thema Eisenbahn präsentiert das Kunstmuseum Heidenheim anlässlich seines 25-jährigen Bestehens und des 150-Jahre-Jubliäums der Brenzbahn. Mit dem TRASHTRAIN können Kinder und Erwachsene mit dem Zug durchs Museum fahren.

Hierfür wird der 600 qm große Ausstellungsraum des Museums in eine begehbare Eisenbahnwelt im Maßstab von etwa 1:3 verwandelt, die über alle Elemente einer Modellbahnlandschaft – wie Berg, Stadt, Tunnel, Wald, See, Straßen, Autos und Bahnhof – verfügt. Durch diese Landschaft können die Besucher gehen oder mit der Eisenbahn fahren und dabei viel Überraschendes entdecken: Sie können in Häuser hineinkriechen, im Wald jagen, Auto fahren oder einfach nur Kunstvideoclips anschauen.

Alle Elemente dieser EisenbahnErlebnisWelt wurden von Künstlerinnen und Künstlern konzipiert und großteils zusammen mit über 100 Kindern und Jugendlichen realisiert. Die Grundidee der Ausstellung war der Gedanke, die äußere Realität nicht möglichst genau nachzubilden, wie dies bei Modellbahnen der Fall ist, sondern sie bewusst zu verfremden. Deshalb bedienten sich alle Beteiligten einer „trashigen“ Ästhetik aus Baumarkt- und Fundmaterialien, die eine möglichst genaue Nachbildung verhindert und so die Phantasie der Produzenten und Besucher anregt.

Friedrich Kleinheinz
Bildwerke einseitig/doppelseitig

In seinen beiden neuen Räumen im Erdgeschoss präsentiert das Kunstmuseum eine Ausstellung von Friedrich Kleinheinz. Der Heidenheimer Künstler beschäftigt sich seit über fünf Jahrzehnten mit Fragen des Sehens, der Bildwahrnehmung und mit dem abstrakten, nicht-abbildhaften Bild. Die Relationen zwischen farbigen Bildoberflächen und deren materiellen Bildträgern lotet er in aufwändigen Bildobjekten aus, die zum Teil doppelseitig sind, also nicht nur von vorne, sondern auch von hinten betrachtet werden können.

Die Ausstellung im Kunstmuseum gibt einen exemplarischen Einblick in das gleichermaßen konsequente wie radikale Werk des Künstlers mit seinen faszinierenden Bildobjekten. Anlass ist die Präsentation des umfangreichen Werkverzeichnisses, in dem erstmals alle Werke des Künstlers von 1960 – 2012 dokumentiert sind.

 

25 Jahre Kunstmuseum und seine Besucher

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