FANTASTISCHE TIERWELTEN

19. März — 16. Juli 2023

Großer und Kleiner Wechselausstellungssaal

Zum ersten Mal entwickeln die Historischen Museen Heidenheim und das Kunstmuseum Heidenheim eine gemeinsame Ausstellung. Unter dem Titel Fantastische Tierwelten soll das Verhältnis des Menschen zu (nicht-menschlichen) Tieren analysiert werden.

Durch die Gegenüberstellung von historischen und zeitgenössischen Arbeiten können Entwicklungen innerhalb der Einstellungen des Menschen gegenüber der Natur beobachtet werden. Hierbei lässt sich feststellen, dass in früheren Jahrhunderten das Tier meist nicht als autonomes Motiv gesehen, geschweige denn als selbstbestimmtes Wesen wahrgenommen wurde. Meist wurde es zu allegorischen Zwecken oder als Wappensymbol gemalt und gestaltet. Interessant sind solche Darstellungen vor allem dann, wenn keine real existierenden Wesen gezeigt wurden: Drachen und Mischwesen zeugen von der künstlerischen Kreativität der Urheber*innen, lassen jedoch auch Schlüsse auf Wünsche, Sehnsüchte und Ängste der Menschen zu.

Aktuell  lässt  sich  ein  wichtiger  Umbruch  innerhalb  des  Tier-Menschen-Verhältnisses feststellen. Galt das Tier jahrhundertelang als dem Menschen untergeben, der französische Philosoph René Descartes betrachtete Tiere gar noch als Automaten, so  bestätigen  Wissenschaftlerinnen  und  Wissenschaftler  in  der  jüngsten Vergangenheit immer wieder die Fähigkeiten und die Intelligenz bestimmter  Tierarten.  Auf  Basis  des  wissenschaftlichen  Forschungsstandes  ist  das  recht  junge  Feld  der  Tierethik  eine  logische  Folge. Die Fragen nach der Unterscheidung zwischen Haus-, Nutz- und Wildtieren im Hinblick auf mögliche Grundrechte für Tiere lassen die politische Debatte hochkochen.

Prägende und wichtige Beiträge für einen Wandel in  der  Tier-Mensch-Beziehung  stammen  von  Jacques  Derrida. Der  Philosoph  weist  darauf  hin,  dass  es  auf  Grund  des  heutigen  Wissensstands  nicht  mehr  möglich  ist  von  „dem  Tier“  zu  sprechen. Wir müssen stärker differenzieren. Des Weiteren fordert er, nicht danach zu fragen, ob Tiere Vermögen  haben,  also  die  Fähigkeit  zum  logos besitzen,  sondern  ob  sie  leiden  können.

Die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum an Möglichkeiten und möchte danach fragen, wie wir unser Verhältnis zur Natur in Zukunft gestalten wollen und ob wir wegkommen müssen von einer hierarchisch verstandenen Welt und zu einem neuen Miteinander von Tier, Pflanzen und Menschen finden müssen.

Unter anderem mit Werken von:

Böhler & Orendt, Andreas Greiner, Maximilian Prüfer

Begleitprogramm und Führungen
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Ausstellungsansichten

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