Großer Wechselausstellungssaal

Neue Stille

Landschaft heute

3. November 2024 – 16. Februar 2025

Zurück zur Natur?

Angesichts der An- und Herausforderungen der (spätmodernen) Gegenwart sprechen zahlreiche Indizien für eine neu entfachte Sehnsucht nach Erholung im Grünen. Freizeitaktivitäten wie Wandern, Klettern, E-Biken und Campen werden immer beliebter, während Waldbaden, Naturmeditationen und andere Angebote Hilfe bei Stress versprechen.

Nun kann man fragen, ob die Outdoorbegeisterung ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist und so auch einen Widerhall in der Kunst findet. Lässt sich womöglich von einem Comeback der romantischen Leidenschaft für die Landschaft als Reflexions- und Kontemplationspunkt sprechen? Ist der Aufenthalt im Freien eine Flucht des überforderten Ichs der Gegenwart? Und ist es uns heute noch möglich, vor einer Landschaftsgemälde Ruhe zu finden?

Diese Fragen sind Ausgangspunkte für die Ausstellung Neue Stille. Die Schau mit Werken von neun Künstlerinnen und Künstlern möchte dabei allerdings nicht den Anspruch erhebt, Lösungen zu liefern. Vielmehr lädt sie das Publikum dazu ein, die Präsentation als Reflexionsraum zu nutzen und zu individuellen Antworten zu gelangen. Hierzu werden Fotografien, Gemälde und Videos zusammengebracht, die sich alle auf unterschiedliche Weisen mit Naturräumen als Bildmotiv beschäftigen. Wiederkehrend sind hierbei durchaus romantische Motive, von Weite, Leere und Einsamkeit. Die in der Regel menschenleeren, zumeist eher düsteren, bisweilen melancholischen Arbeiten fordern dazu auf, den Blick ganz auf die künstlerischen Strategien im Umgang mit Naturdarstellungen zu richten.

Das Thema wird unterstützt durch eine kuratorische Inszenierung: Die großzügige Halle des ehemaligen Schwimmbades wird, im Vergleich zu sonstigen Ausstellungen, ungewohnt leer bleiben. Lediglich im hinteren Teil des Raumes wird ein abgeschlossener Kabinettraum mit vielen Sitzmöglichkeiten entstehen. Um eine konzentrierte Bildbetrachtung zu ermöglichen. Im Inneren sind die Positionen vereint, die sich rein auf die Landschaft als Ausdrucksmittel, als Introspektion konzentrieren. An den Außenwänden hingegen werden Arbeiten gezeigt, die einen aktuellen Umgang mit der Natur behandeln oder diesen in Frage stellen. So entsteht ein Kontrast zwischen Innen- und Außenblick. Ergänzt wird diese Präsentation durch einen Videoraum im oberen Kabinettraum des Museums. Es ist außerdem geplant, dass die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler Playlists oder einzelne Musikstücke vorschlagen, die für ihre Arbeit wichtig ist oder die sie selbst beim Arbeiten hören, um dem visuellen noch ein akustisches Element hinzuzufügen.

Mit Werken u.a. von:
Daniel Beerstecher, Thomas Bergner, Jan Gemeinhardt, Linda Männel

Begleitprogramm und Führungen
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